Imam, Rabbiner und Diakon erhalten «Dialogpreis Schweizer Juden»


Muris Begovic, Noam Hertig, Maurice Gardiol und Eric Ackermann (v.li.) | ©zVg

Erstmals haben der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) und die Plattform der Liberalen Juden Schweiz (PLJS) dieses Jahr den Dialogpreis verliehen für die Förderung des interreligösen Gesprächs. In der Deutschschweiz geht der mit zweimal 10’000 Franken dotierte Preis an Rabbiner Noam Hertig und Imam Muris Begovic aus Zürich, in der Romandie an den protestantischen Diakon Maurice Gardiol und den jüdischen Vorbeter der Grande Beth-Yaacov-Synagoge Genf, Eric Ackermann.

Der Dialogpreis ist der erste solcher Art. «Der Dialog ist nötig und unverzichtbar, damit Menschen mit unterschiedlichsten Lebensentwürfen zusammenfinden», erklärte Herbert Winter, Präsdent des Schweizerischen israelitischen Gemeindebundes (SIG), dessen Bedeutung. Der SIG und die »Plattform der Liberalen Juden der Schweiz» (PLJS) haben diesen Preis lanciert und vergeben. Er ist ein starkes und nachhaltiges Zeichen für den Austausch unter den Religionen in der Schweiz.

«Wir leben in paradoxen Zeiten», sagte Bundespräsident Alain Berset in seiner Festrede vor rund 350 Gästen im Berner Bierhübeli. Einerseits hätten die Menschen die Möglichkeit, sich umfassend zu informieren, andererseits würden gerade über die sozialen Medien Gerüchte und Unwahrheiten verbreitet, die dem Fremdenhass und dem Antisemitismus Vorschub leisteten. «Wir dürfen nicht aufhören, die Aufklärung weiterzuführen», sagte Berset weiter.

SIG-Präsident Herbert Winter zeigte sich überzeugt, dass der Dialog nötig und unverzichtbar sei für ein friedliches Zusammenleben. Und betonte, dass der bestehende Mix aus Unwissen, Vorurteilen und Hass durchbrochen werden und darum ein Dialog die Menschen in ihrem Alltag erreichen müsse. Er zeigte sich überzeugt: «Die persönliche Begegnung kann alles verändern – je früher, je näher, desto besser. Der Fremde ist nur solange fremd, bis man ihn kennt!»

Die beiden Deutschschweizer Preisträger, Rabbiner Noam Hertig und Imam Muris Begovic, fördern seit Jahren den muslimisch-jüdischen Dialog. Hertig gilt als «Dialog-Rabbiner», war Projektleiter des interreligiösen Kochbuchs „Was isst Religion?“ und war während einigen Jahren für die SRF-Sendung «Bilder zum Feiertag» als «jüdischer Reporter» bei anderen Religionen zu Gast. Begovic vertritt unter anderem den muslimischen Dachverband der Schweiz FIDS und ist zuständig für den interreligiösen Dialog. Sportlich engagiert er sich zudem beim FC Religionen, wo Juden, Christen und Muslime zusammen spielen.
Für ihre Zusammenarbeit in der interreligiösen Plattform Genf erhielten der protestantische Diakon Maurice Gardiol und der jüdische Vorbeter Eric Ackermann den Preis. Sie fördern den Dialog zwischen jüdischen Studenten und nichtjüdischen Gleichaltrigen durch Klassenbesuche und unterrichten an der Genfer Schule für Soziale Arbeit über die Bedeutung von Religion und Spritualität.

Imame, Rabbiner und christliche Würdenträger unter einem Zeltdach vereint kosteten von einem ausladenden Buffet, das sowohl Koscher- wie auch Halalansprüchen genügte. Zuvor hatten alle gemeinsam das Fastenbrechen im Ramadan der Muslime begangen. Es war ein starkes und nachhaltiges Zeichen für den Austausch unter den Religionen in der Schweiz. Es war auch der Abschluss eines Abends, der nicht nur den Dialog unter den Religionen im Blick hatte, sondern vielmehr die Stärkung und Förderung des Dialogs zwischen den Menschen in der Schweiz.

Weitere Inforamtionen: https://www.dialogpreis.ch/



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