Anklageschrift gegen Sara Netanjahu


Nach zahlreichen Verhören bezüglich verschiedener Korruptionsaffären, in denen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und aus seine Frau Sara verwickelt sein sollen, ist es jetzt zu einer ersten Anklage gekommen, nicht gegen Benjamin Netanjahu, sondern gegen seine Frau Sara, die sich nun vor Gericht verantworten muss.

Der Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit, der von 2013 bis 2016 die Position des Regierungssekretärs innehatte und dadurch Benjamin Netanjahu sehr nah stand, hat sich nun für die Anklage entschieden.

Sara Netanjahu wird wegen des mutmasslichen Betruges und des Vertrauensbruchs angeklagt. Sie soll bei einer Catering-Firma Mahlzeiten für eine Summe von mehr als 350.000 Shekeln (um die 83.500 Euro) bestellt und dann aus Staatskosten abgerechnet haben. Dabei gibt es im Amtssitz des Ministerpräsidenten Köche, die das Essen zubereiten hätten können. Sara Netanjahu und ein Mitarbeiter des Amtssitzes sollen angegeben haben, dass keine Köche zur Verfügung gestanden hätten. Sara Netanjahu wird vorgeworfen, mit ihren Taten ihre Position als Ehefrau des Ministerpräsidenten missbraucht zu haben.

Der Mitarbeiter, der zusammen mit Sara Netanjahu beschuldigt wird, soll ihr wegen des ständigen Druckes von ihr nachgegeben haben. So sollen auf betrügerische Weise Ausgaben der Angeklagten und ihrer Familie auf Staatskosten finanziert worden sein.

Mehrere Mitarbeiter des Amtssitzes hatten sich bei verschiedenen Gelegenheiten über eine Atmosphäre der Angst im Wohnsitz der Familie Netanjahu beschwert. Zwei ehemalige Hausangestellte waren bei ihren Anklagen gegen Sara Netanjahu erfolgreich.

Bei den Verhören der Polizei wurde Sara Netanjahu auch bezüglich weiterer Verdächtigungen des Betrugs befragt. Unter anderem soll sie eine Pflegekraft für ihren Vater mit öffentlichen Geldern bezahlt haben. Auch soll sie Ausgaben für das Privathaus der Familie in Caesarea aus der Staatskasse finanziert haben. Diese Anschuldigungen sind allerdings in der Anklageschrift nicht mehr zu finden.

Die Anklage gegen Sara Netanjahu scheint der Beginn einer schwierigen Zeit für Benjamin und Sara Netanjahu zu sein. Die israelische Polizei empfahl bereits im Februar, den Ministerpräsidenten wegen Bestechung, Betrug und Vertrauensmissbrauch anzuklagen. Und es gibt noch weitere „Akten“ gegen ihn. Netanjahu selbst gab sich bis jetzt immer gelassen. „Es war nichts, es ist nichts und es wird auch nichts sein“, sagte er immer.

Übrigens sass der ehemalige Ministerpräsident Ehud Olmer sass wegen der gleichen Anklage, bei der es um eine ähnliche Summe, 100.000 Dollar, ging, acht Monate im Gefängnis.

Archivbild: Sara Netanjahu (Foto: Miriam Alster/Flash90)



Kategorien:Gesellschaft

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