Muslime versuchen, eine weitere Moschee auf dem Tempelberg zu errichten


Das Amtsgericht von Jerusalem hat den Staat angewiesen, den Bab el-Rahma-Komplex, der sich gegenüber des Goldenen Tores oder dem Tor der Barmherzigkeit gegenübersteht, unverzüglich zu schliessen. Vor einem Monat hatte der Waqf, die islamische Behörde, die den Tempelberg beaufsichtigt, beschlossen, den Komplex wieder zu öffnen und in eine weitere Moschee zu verwandeln, die fünfte auf der heiligsten Stätte des Judentums.

Um es nochmal zusammenzufassen, bis 1967 gab es nur eine aktive Moschee, Al-Aqsa, auf dem Tempelberg. In den 70er Jahren begannen die regelmässigen Freitagsgebete im Felsendom, bis dahin nur ein heiliger Schrein. 1996 wurden die unterirdischen tälle Salomos an der südwestlichen Ecke des Tempelbergs in eine dritte Moschee umgewandelt, Al Marwani. Die vierte wurde auch in den späten 1990ern direkt unter der Al-Aqsa-Moschee erbaut, wo sich das Huldah-Tor befindet. Und jetzt die fünfte, Bab el Rahma, die in einem vor 16 Jahren durch Gerichtsbeschluss geschlossenen Gebäude errichtet wurde, nachdem es zu einem Zentrum der Hamas geworden war.

Dieser jüngste Versuch, eine weitere Moschee gegenüber dem Goldenen Tor zu errichten, ist eine Antwort der Jordanier und Palästinenser auf die Behauptungen, Israel würde versuchen, den Status Quo auf dem Tempelberg zu ändern. Seit der Befreiung des heiligen Plateaus im Jahr 1967 hat sich Israel verpflichtet, sich dort nicht religiös zu äussern. Diese Vereinbarung wurde vom damaligen Verteidigungsminister Moshe Dayan getroffen, der der Meinung war, dass der Tempelberg für Juden jetzt nichts weiter als „ein historischer Ort“ sei und dass „arabische Bräuche“, wie sie jetzt [1967] praktiziert werden, nicht gestört werden und das Recht der Muslimen, den Ort zu kontrollieren, anerkannt werden sollte. Das praktische Ergebnis ist, dass es Juden zwar erlaubt ist, den Tempelberg zu besuchen, es ihnen aber verboten ist, am heiligsten Ort ihrer Religion zu beten.

Dieser Status Quo wurde 1994 Bestandteil des Friedensvertrages zwischen Israel und Jordanien. Aber vielleicht überrascht es nicht, dass sich die Dinge zu ändern begannen.

Dayans Status Quo bedeutete für viele Juden, dass der Islam den Tempelberg kontrollierte. Daher gibt es welche, die den Status Quo ständig auf die Probe stellen wollen, vor allem durch sporadische Versuche, vor Ort zu beten und die Zahl der jüdischen Besucher zu erhöhen. Diejenigen Israelis, die sich für den Tempelberg interessieren, und leider gibt es nur sehr wenige, bestehen darauf, dass die Muslime den Status quo verletzen, indem sie neue Moscheen errichten.

Jordanien und die Palästinenser behaupten das Gegenteil. Sie sagen, dass Israel den Status quo verletzt, indem es „Siedler“ zum Tempelberg schickte. Sie behaupten auch, dass Israel ernsthaft plant, den dritten Tempel dort zu bauen.

Für diejenigen, die der islamistischen Propaganda nicht zum Opfer fallen, ist es offensichtlich, dass der muslimische Waqf, der jetzt von der Türkei aktiv unterstützt wird, den Status quo zu seinen Gunsten geändert hat, während Israel nichts dagegen unternimmt. Die neuen Moscheen auf dem Berg, das ist zu beachten, entstanden während der Amtszeit von Benjamin Netanjahu als Premierminister. Jetzt warten die Israelis darauf, ob Netanjahu sein Wort hält, den Status Quo aufrechtzuerhalten. Oder wird er erneut den muslimischen Forderungen nachgeben? (Tsvi Sadan, ih)

 



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