Eklat um Netanjahus Trip nach Abu Dhabi


Ob aus dem geplanten Kurztrip nach Abu Dhabi etwas wird, hängt jetzt wohl vom diplomatischen Fingerspitzengefühl im Umgang mit Jordanien ab, das eine Überfluggenehmigung erteilen muss.

Offiziellen Plänen zufolge sollte Israels Premierminister Netanjahu am heutigen Donnerstag seine Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) antreten. Nun hat Israels Nachbarland Jordanien dieser Reise einen Riegel vorgeschoben, indem es dem Flugzeug des Premiers die Genehmigung für den Eintritt in den jordanischen Luftraum verweigert hat. Wie eine hochrangige diplomatische Quelle bestätigte, habe dieser Schritt mit der Absage des gestrigen Besuchs des jordanischen Kronprinzen auf dem Tempelberg wegen eines Streits über Sicherheitsvorkehrungen zu tun.

Noch geht die israelische Regierung davon aus, dass sich die Reise nur verzögert und nicht ganz abgesagt werden muss. Eine Absage wäre äusserst unerfreulich, da es aus den Emiraten hiess, man bereite ein Zusammentreffen zwischen Bibi und dem saudischen Kronprinzen vor, der Bereitschaft signalisiert habe, sich mit Netanjahu in Abu Dhabi zu treffen.

Dieses Treffen wäre als äusserst bedeutungsvoll einzustufen. Noch gibt es zwischen Israel und Saudi-Arabien keine diplomatischen Beziehungen, allerdings scheint sich die Beziehung zwischen den Ländern immer mehr zu erwärmen, was unter anderem an dem gemeinsamen Erzfeind Iran liegen dürfte. Erst im November hatten sich Netanjahu und der saudische Kronprinz in der saudischen Stadt Neom getroffen, dieses Treffen war jedoch offiziell nie bestätigt worden.

Immer ein heikles Thema, der Tempelberg

Doch zurück zu dem Auslöser des Eklats um die Überfluggenehmigung: Der jordanische Kronprinz Hussein bin Abdullah hatte am Mittwoch geplant, die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg zu besuchen. Zuvor hatte es Sicherheits-Gespräche mit Israel zur Klärung der Lage gegeben. Als der Prinz dann mit mehr bewaffneten Wachsoldaten an der Grenze auftauchte, als abgesprochen, wollte Israel nur die genehmigte Anzahl an Soldaten einreisen lassen. Prinz Hussein lies dies nicht gelten und sagte den Besuch enttäuscht ab.

Verteidigungsminister Benny Gantz macht Netanjahus schlechte Beziehungen zu Jordanien für den Vorfall verantwortlich. Es sei ein „Versagen der Netanjahu-Regierung in den vergangenen 15 Jahren“, der nur wegen ihm zu einem „strategischen Riss in den Beziehungen zwischen Israel und Jordanien“ geführt habe. Die israelisch-jordanischen Beziehungen sind jetzt angespannter als je zuvor.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben unterdessen bekannt gegeben, dass sie sich in „formellen Gesprächen zur Einrichtung eines quarantänefreien Reisekorridors“ mit Israel befinden. Die VAE würden also israelische Impfbescheinigungen für COVID-19 anerkennen und umgekehrt. Die Aussenministerien beider Länder hoffen, die Vereinbarungen bereits im April umsetzen zu können, hiess es. Möglich wäre dieser zeitnahe Termin, denn weltweit gelten Israel und die VAE als die Länder mit den erfolgreichsten Corona-Impfkampagnen. (ih)



Kategorien:Politik

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