Winterthurer Skeptiker-Beck warnt vor «jüdischer Weltverschwörung» und Impfung


Jetzt hat der Winterthurer Skeptiker-Beck endlich ein Verfahren am Hals.

Die Winterthurer Bäckereien Holzofebeck und Grabebeck warnen vor der Corona-Impfung, den Massnahmen des Bundesrats – und wittern eine jüdische Weltverschwörung. Gegen den Inhaber wird nun wegen Antisemitismus ermittelt.

Der Unmut in Winterthur über das Gebaren der beiden Bäckerei-Filialen von Urs Gerber ist gross. In den Schaufenstern von Holzofebeck und Grabebeck mitten in der Altstadt macht er Stimmung gegen die Corona-Massnahmen. Er hat nicht nur coronakritische sondern nachweislich falsche Aussagen verbreiten. Seither hagelt es online haufenweise negative Bewertungen für die Traditionsbäckereien – aber auch Lob und Zuspruch.

Wie der «Landbote» nun berichtet, wird gegen den Skeptiker-Beck Urs Gerber mittlerweile wegen möglicher Verstösse gegen die Rassismusstrafnorm ermittelt. Konkret geht es um Videos, die Gerber auf seiner Webseite verbreitete. Sie handelten von einer angeblichen jüdischen Weltverschwörung.

Gerber verteidigt Videos

Impfgegner, Antsemit Gerber

Gemäss der Zeitung wird in den Videos behauptet, eine geheime Gruppe von Juden kontrolliere die Welt seit Jahrhunderten und wolle nun mittels Covid-Impfung und 5G-Technologie viele Menschen ermorden. Den Juden wird ausserdem die Schuld am Holocaust zugeschoben.

Mittlerweile sind die Videos gelöscht worden, wie ein kurzer Blick auf Gerbers Webseite zeigt. Online steht weiterhin ein Statement, in dem Gerber bekräftigt, alle Kunden willkommen zu heissen – egal ob geimpft oder nicht. Gegenüber dem «Landboten» verteidigt Gerber den Inhalt der Videos: «Dieser hat nichts mit dem jüdischen Glauben zu tun.»

Gefängnis oder Geldstrafe

Die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus sieht das anders. «Wir hoffen, dass ein klares Zeichen gesetzt wird, da die in den Videos verbreiteten Aussagen Hass gegen jüdische Menschen schüren», wird die Geschäftsführerin Dina Wyler im «Landboten» zitiert. Die Israelitische Gemeine Winterthur warnt gar davor, durch solche Videos könnten Menschen radikalisiert werden.

Auf Verletzung der Rassismusstrafnorm stehen bis zu drei Jahre Gefängnis oder Geldstrafe. Für Gerber gilt die Unschuldsvermutung. Wie lange die Ermittlungen dauern, kann die Staatsanwaltschaft nicht kommentieren.

In Gerbers Filialen sind in der Vergangenheit bereits Bussen ausgesprochen worden. Dies, weil nicht alle Angestellten eine Maske trugen. Holzofe- und Grabebeck sind Mitglied des Schweizer Bäcker- und Confiseur-Verbandes. Der Verbandsdirektor Urs Wellauer will sich zum Thema nicht weiter äussern und hält sich bedeckt. In dem Verband habe sich ca. 1400 Unternehmer:innen angeschlossen. (JNS und Agenturen)



Kategorien:Gesellschaft

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