Thorazitat – Parascha


Unsere Weisen lehrten uns: „Jeder Mensch, der dreimal am Tag das “Loblied von David“ (Psalm 145) sagt, der wird mit Sicherheit ein Sohn der kommenden Welt sein.“

Thora-Parascha

Sidra: Nasso – Schawuot
Toralesung: Bemidbar (4BM) 7:1 – 89, Haftara: Melachim I (Könige I) 8: 2 – 21.

Schawuot, 6. Siwan 5782

Toralesung: 1. Sefer Schemot (2BM) 19:1 – 20:23, Maftir  2. Sefer Dewarim (5BM) 16:9-12;

Haftara: Jirmeja 31:29 – 36

Live Streaming Gottesdienste und Tikkun:

https://www.youtube.com/channel/UC6m5EJQu3x04EvapqMpG3vg

Nasso-Psalm 67
Segen vom Ewigen

Es ist uns nicht schwer gefallen, herauszufinden, was die Zuordnung von Psalm 67 zum Wochenabschnitt Nasso determiniert hat: Eine Anspielung auf den Wortlaut des Priestersegens springt sofort ins Auge.

Die Tora schreibt den Kohanim vor, was sie sagen sollen: „Es segne dich der Ewige und behüte dich. Der Ewige lasse dir leuchten sein Antlitz und sei dir gnädig. Der Ewige wende sein Antlitz dir zu und gebe dir Frieden!“ (Bamidbar 6, 24 – 26). Wie aus dem ersten der hier zitierten Verse klar hervorgeht, kommt der Segen vom Ewigen; die Kohanim sprechen nur ein Gebet um Gottes Segen. Diese Tatsache unterstreicht Vers 27: „Und sie sollen meinen Namen legen auf die Kinder Israel, und ich werde sie segnen.“ Wen wird der Ewige segnen? Die Israeliten (siehe  Rabbiner  Hertz zu dieser Stelle).
 
Die oben erwähnte Anspielung finden wir im zweiten Vers des Psalmes: „Gott sei uns gnädig und segne uns, er lasse leuchten sein Antlitz gegen uns.“ Rabbiner Hirsch übersetzt: „Gott gewähre uns geistige Begabung und segne uns, erleuchte sein Angesicht bei uns.“ In seinem Kommentar lesen wir: „Geistige Begabung ist überall der erste nationale Wunsch in der jüdischen Brust – so ja auch in der ersten Bitte der Schmone Esre – und dann erst der Wunsch nach materiellem Segen.“
 
Aber sicherlich ist auch der materielle Segen von grosser Bedeutung. Gerade Psalm 67 haben einige Exegeten den Charakter eines Ernte-Dankliedes zugeschrieben: „Die Erde gab ihr Gewächs; Gott, unser Gott segnet uns“ (Vers 7).
 
Der Psalmist verleiht der Hoffnung Ausdruck, dass der sichtbar werdende Segen alle Völker dazu führen möge, Gott zu huldigen: „Dass man auf Erden erkenne deinen Weg, unter allen Völkern deine Hilfe!  Die Völker danken dir, Gott, die Völker danken dir alle“ (Verse 3 und 4).  Und der Psalm endet: „Gott segne uns, und ihn verehre alle  Welt!“ (Vers 8). (Von: Prof. Dr. Yizhak Ahren)

Heilige Taten

Der Bau des Heiligtums samt detaillierten Instruktionen stehen ab der Sidra Teruma im Buch Schemot bis zur dieswöchigen Sidra Nasso im Mittelpunkt. Wir haben schon über die Spenden der Israeliten von Zeit, Kenntnis und Materialien gelesen und wie Aharon und seine Söhne als Priester ins Amt eingeweiht wurden. Diese Woche ist die Einweihung, die Heiligung des Mischkan selbst an der Reihe. Dazu bringt jeder der 12 Stämme, unter der Vertretung des eigenen Stammesfürsten exakt das gleiche Opfer dar. Darum lesen wir 12 Mal den gleichen, zum Opfer-Darbringen gehörenden Text, wobei einzig der Name des Stammesfürsten und seines Stammes verschieden sind. Dieses Ritual zeigt, wie wichtig die zwölf Opfergaben waren und, dass ein solch umfangreiches Projekt, wie der Bau eines Heiligtums, den Konsensus der ganzen Gemeinschaft fordert.
 

In der Haftara zur Sidra Nasso aus dem Buch I Melachim, Könige, lesen wir über die Einweihung des 1. Tempels durch König Schlomo. König Schlomo betet und erzählt, wie es zum Bau des Tempels gekommen ist: «Und der EWIGE sprach zu David meinem Vater; weil du es im Sinne gehabt ein Haus zu bauen meinem Namen, so hast du wohlgetan, denn du hast es im Sinne gehabt. Doch du sollst das Haus nicht bauen, sondern dein Sohn, der hervorgehen wird aus deinen Lenden, der soll das Haus bauen meinem Namen. (1 Melachim 8, 18-19). Warum war es König David nicht erlaubt, den Tempel zu bauen? Die Antwort steht im Buch 1 Diwre Hajamim (Chronik): «Aber das Wort des EWIGEN erging an mich [David]; du hast viel Blut vergossen und grosse Kriege geführt; du wirst meinem Namen kein Haus bauen, denn du hast vor mir viel Blut auf die Erde fliessen lassen.  Sieh, ein Sohn wird dir geboren [… ] der wird meinem Namen ein Haus bauen.» (1 Chronik 22, 8-10). Das Haus Gottes, der Tempel, ein Zentrum der  Reinheit, konnte nur durch eine reine Person, an dessen Hände kein Blut klebt, gebaut werden. David war, wie wir wissen, bevor er König wurde, ein Krieger. Er besiegte Goliat und somit die Philister, wurde zum General im Heer des Königs Scha’ul und führte zahlreiche Kriege. Was ihm aber erst richtig zum Verhängnis geworden ist, war, wie er die mit Uria verheiratete Bat-Schewa auf krumme Tour eroberte. David schwängert sie und ruft daraufhin ihren Mann Uria, seinen besten General, aus dem Krieg zurück, damit keinerlei Fragen über die Vaterschaft des Kindes aufkommen würden. Uria, der in der gegebenen Situation nur an den Krieg und seine Soldaten zu denken vermag, weigert sich, mit seiner Frau zu schlafen. Also schickt König David ihn zurück in den Krieg und zwar an die Front, dorthin, wo die Überlebungschancen wesentlich kleiner sind. Tatsächlich fällt Uria im Krieg und König David heiratet Bat Schewa. (2 Schmuel 11, 1-12,23).   
 

Dass Soldaten im Krieg töten gehört nun einmal zum ‘Spiel’. Dass David, um seine Schande zu verbergen und sein schmähliches Ziel zu erreichen, dafür sorgt, dass Uria stirbt, ist eine ganz andere, äussert verwerfliche  Sache.

Das Ausführen gottesdienstlicher Zeremonien, das Spenden von Geld oder Materialien und das Leisten von ehrenamtlicher Arbeit, können in Prinzip als ‘heilige Taten’ qualifiziert werden. Gleichwohl ist es erst das aufrichtige Streben, Gutes für den Andern und für die Gemeinschaft zu tun, das ‘gute Taten’ in den Rang von ‘heiligen Taten’ erhebt.

Schabbat schalom und Chag Schawuot sameach,

Rabbiner Ruven Bar Ephraim, JLG Zürich    

PARASCHAT HASCHAWUA

nasso.3.j.pdf

nasso.haftara.pdf



Kategorien:Gesellschaft

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