Muslimische Welt reagiert gespalten auf das Atomabkommen


1941215-18Das Atomabkommen zwischen dem Iran und den Weltmächten spaltet die muslimische Welt. Länder, die mit Teheran freundschaftlich verbunden sind, lobten die „historische“ Vereinbarung. Andere Länder reagierten vorsichtig, die Feinde der Islamischen Republik zeigten sich besorgt. Besonders tief ist die Enttäuschung in Saudi-Arabien, das bis zuletzt die Amerikaner zu mehr Vorsicht im Umgang mit Teheran geraten hatte.

Der syrische Präsident Basch al-Assad begrüsste das Abkommen in einer persönlichen Mitteilung an Irans obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei, was darauf hinweist, dass er sich künftig mehr Unterstützung von seinem regionalen Verbündeten erwartet. Assad nannte die Vereinbarung „einen historischen Wendepunkt in der Geschichte des Irans, der Region und der Welt“.

Auch die Türkei, einer der wichtigsten Handelspartner des Iran, lobte das Abkommen. Der türkische Finanzminister Mehmet Simsek meinte, der Deal sei „eine gute Nachricht für die türkische Wirtschaft“. Die Türkei würde von der Aufhebung der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran profitieren.

Ein Sprecher des irakischen Ministerpräsidenten al-Abadi Haider unterstrich, das bahnbrechende Abkommen sei „ein wichtiger Schritt“ und werde zu einem gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus führen. Der irakische Politiker Hoshiyar Zebari erklärte, „jede Verringerung der Spannung zwischen dem Iran und dem Westen hilft der Region“. Ägyptens Aussenministerium reagierte zurückhaltend. Man hoffe, das Abkommen werde ein atomares Wettrüsten im Nahen Osten verhindern und die Region in Zukunft von Massenvernichtungswaffen befreien. Ägypten und der Iran haben seit 1979 keine diplomatischen Beziehungen mehr.

Der Herrscher der Vereinten arabischen Emirate (VAE), Scheich Khalifa bin Zayed al Nahyan, sandte persönliche Glückwünsche an Irans Präsident Hassan Rohani. Die Emirate und den Iran verbinden langjährige Handelsbeziehungen. Doch waren die VAE sehr skeptisch gegenüber Irans atomaren Ambitionen.

Irans sunnitischer Rivale Saudi-Arabien sieht die Vereinbarung dagegen kritisch und ist tief enttäuscht von den USA. Falls es dem Iran nun doch gelingen sollte, sein nukleares Arsenal zu erweitern, werde dies „Chaos in der Region anrichten“, sagte ein saudischer Sprecher. In Saudi-Arabien wird befürchtet, dass das Abkommen nur auf den ersten Blick hilfreich sei. Niemand könne dem Iran vertrauen. (ih)



Kategorien:Nahost

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2 replies

  1. Iran ist nicht viel anders als ISIS. Die Islamisten streiten sich untereinander nur, wer die Krone der Umma am Ende trägt.

  2. Im Atomwaffenabkommen hat die Islamische Republik Iran gegenüber dem Westen gesiegt. Der Iran ist trotz allen Bemühungen, dies zu unterbinden, doch eines Tages imstande, Nuklearwaffen zu fertigen oder zu besitzen, er wird sie von Nordkorea oder von Pakistan erhalten.

    Der Iran wird es nie aufgeben, sein Versprechen zu halten, Israel zu zerstören. Die Gründe sind „religiöser“ Natur. Mit einem katastrophalen Krieg kann das Erscheinen des „vermissten 12. Imams“ erzwunden werden. Muss sich Israel gefallen lassen, wegen diesem obskuren Weltbild zerstört zu werden?

    https://estherstagebuchauszichronyaacov.wordpress.com/2015/07/08/der-ehemalige-iranische-prasident-ayatollah-hashemi-rafsanjani-sagt-er-sei-zuversichtlich-dass-israel-von-der-weltkarte-verschwinden-wird/

    Dazu kommt auch die Tatsache, dass der Iran die Hitzbollah mit modernsten Waffen aus Russland unterstützt, in jeder gewünschten Menge. Eine Tatsache ist auch, dass der Iran aktiv Terror gegen Israel ausübt und ausgeübt hat.

    https://theangrypersians.wordpress.com/2015/07/14/islamic-republic-iran-and-plofatah-the-special-relationship/

    Der Iran ist auch im Umgang mit seiner eigenen Bevölkerung nicht zimperlich.

    https://theangrypersians.wordpress.com/2015/07/03/islam-in-iran/

    All diese Tatsachen lassen doch Zweifel an ernsthaften Bemühungen vom Iran zu, seine Beziehungen mit dem Westen zu verbessern. Die Islamische Republik Iran wird immer einen Ausweg finden: kein Muslim ist verpflichtet, auch nur ein einziges Abkommen oder Vertrag mit einem Ungläubigen einzuhalten, entsprechend dem islamischen Gebot der Taqiyya.

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