Rabbiner sammeln Geld für die Brotvermehrungskirche


RabbijerRabbiner unterstützen die Restaurierung der in Brand gesetzten Brotvermehrungskirche am See Genezareth. Vor wenigen Wochen hatten Unbekannte die Kirche am Ort des biblischen Brot-und Fische-Wunders in Brand gesetzt, wodurch beträchtlicher Schaden angerichtet wurde. Nach israelischen Polizeiangaben werden extremistische religiöse Juden verdächtigt, für die Brandstiftung in Tabgha verantwortlich zu sein.

Etliche Rabbiner aus der nationalreligiösen Siedlerbewegung haben gemeinsam mit Israels religiösem Knessetsprecher Yuli Edelstein beschlossen, für die Restaurierung der Kirche Spenden zu sammeln. In den israelischen Medien wird darüber nur zurückhaltend berichtet. „Die Brandstiftung hat Israel viel Schaden zugefügt. In einer Zeit, in der wir in der Welt delegitimiert werden, müssen wir vorsichtig sein und anders handeln“, erklärte Rabbi Alon Goschen Gottstein.

Rabbi Naftali Rotenberg erinnert an die Worte von Israels erstem Oberrabbiner Itzchak Herzog vor der UN-Vollversammlung, wenige Tage vor der Staatsgründung. Rabbi Herzog hatte bereits damals verstanden, dass Israels Existenz mit seinem Status in der Weltöffentlichkeit zusammenhängt und Religionsfreiheit für alle Menschen im Judenstaat gelten muss. Diese Versprechen müsse man einhalten. „Die Schändung des Namens des Allmächtigen muss mit der Heiligung des Namen des Allmächtigen wieder gut gemacht werden“, unterstrich Rabbi Schlomo Riskin aus Efrat, als er der Initiative beitrat.

Gemäss jüdischer Tradition und Halacha ist es nicht einfach, fremde Religionshäuser mit Geldspenden zu unterstützen, da dies als Götzendienst gilt. Aus Maale Adumim ist einer der ältesten Rabbiner, Nahum Rabinovitz, mit dabei. Er sieht ein Problem in der Behauptung, dass das Christentum Götzendienst sei. Dies habe in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass mehrere Kirchen im Land in Brand gesetzt wurden.

Rabbi Jehuda Herzl Hankin, ebenso aus der Rabbinergruppe, sieht kein Problem darin, dass Juden der katholischen Kirche Geld spenden. Schliesslich handele es sich hier um eine symbolische Geste der Freundschaft und gegenseitiger Unterstützung. Die katholische Kirche habe genügend Geld für die Restaurierung und brauche diesen Einsatz in der Tat nicht. Darüber hinaus sei das eigentliche Gebetshaus nicht zerstört worden, daher hätten die Rabbiner aufgrund der Halacha-Gesetze kein Problem, die Restaurierung finanziell zu unterstützen.

Diese Rabbiner setzten sich für die Christen am See Genezareth ein, obwohl sie dafür innerhalb der religiösen Bevölkerung kritisiert werden, da häufig angenommen wird, dass sich in jedem Christen ein Missionar versteckt und Christentum Götzendienst ist. Die Rabbiner stehen jedoch voll hinter ihrer Initiative und nutzen dafür auch die Sozialen Medien. Sie sehen es als ihre Pflicht an, die Religionsfreiheit im Judenstaat Israel zu bewahren. (Aviel Schneider, ih)



Kategorien:Gesellschaft

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