Araber aus Flugzeug vertrieben


Israelische Fluggäste protestierten in einer Aegean-Maschine gegen arabischstämmige Passagiere. Obwohl die Papiere in Ordnung waren, verliessen die zwei Männer das Flugzeug.

aegean

Ein Flugzeug der Aegean Airlines, hier in Paris. (Archivbild) (Bild: AFP/Alexander Klein)

Vehemente Proteste israelischer Passagiere haben zwei offenbar arabischstämmige Fluggäste zum Verlassen einer Maschine der griechischen Gesellschaft Aegean Airlines veranlasst. «Eine zunächst kleine Gruppe von Fluggästen forderte sehr lautstark und eindringlich, dass zwei andere israelische Passagiere aus Sicherheitsgründen überprüft werden», erklärte Aegean.

Der Vorfall ereignete sich demnach bereits am späten Sonntag und sorgte für eine 90-minütige Verspätung des Flugs von Athen nach Tel Aviv. Wie israelische Medien berichteten, handelte es sich bei den beiden Passagieren um einen israelischen Araber und einen Palästinenser. Aegean gab an, einer der Fluggäste habe einen israelischen Pass, der andere eine Aufenthaltsgenehmigung für das Land gehabt. Als die Polizei zur Überprüfung der Papiere eingetroffen sei, hätten nach anfänglich «drei bis vier» schon «60 bis 70 Passagiere» gefordert, die Männer des Flugzeugs zu verweisen. An den Papieren hatte die Polizei nichts zu beanstanden.

«Haaretz»Der Pilot habe daraufhin verkündet, dass jeder, der sich nicht sicher fühle, ohne Anspruch auf Entschädigung das Flugzeug verlassen könne, erklärte Aegean. Die beiden Männer hätten dann aber selbst den Rückzug angetreten. Aegean stellte ihnen demnach eine Unterkunft für die Nacht und einen Ersatzflug mit der israelischen Linie El Al. Die griechische Gesellschaft dankte den Männern und entschuldigte sich.

Gemäss der israelischen Zeitung «Haaretz» verurteilt der Knesset-Abgeordnete Michal Rozin den Vorfall scharf. Er macht die Politik von Benjamin Netanjahu dafür verantwortlich, die Ängste und Hass schüre. «Die Regierung muss sich bewusst sein, dass israelisch-arabische Bürger als potenzielle Terroristen abzustempeln zum Verlust von Werten und Moral führt und unsere Zukunft als Gesellschaft in Gefahr bringt», sagt Rozin.

(JNS und Agenturen)



Kategorien:Nahost

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