Assads Truppen an der Grenze im Golan


Während die israelische Armee an diesem Wochenende das Leben von 800 Mitgliedern der syrischen Rettungsorganisation „Weisshelme“ rettete, zerschlug das vom russischen Regime unterstützte Assad-Regime gnadenlos die letzten Widerstandsnester im Yarmouk-Becken.

Das Yarmouk-Becken erstreckt sich über die Grenze zu Israel und Jordanien auf den südlichen Golanhöhen.

Am Samstagabend begannen schwere russische Bombardierungen des lokalen ISIS-Zweigs Jaish Khalid Ibn al-Walid und waren im gesamten Nordosten Israels zu hören.

Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte behauptete, die russische Luftwaffe habe zwischen 120 und 130 Luftangriffe gegen die Mitgliedsorganisation des Islamischen Staates durchgeführt, die sich weigerte, Teil eines neuen Kapitulationsabkommens zwischen dem Assad-Regime und anderen islamistischen Rebellengruppen auf den Golanhöhen zu sein.

Am Donnerstag stimmten diese Rebellen, Mitglieder des ehemaligen Al-Qaida-Zweiges Jabhat al-Nusra (heute Jabhat Fatah al-Sham), den vom Regime in Damaskus diktierten Bedingungen zu und erhielten im Gegenzug dafür eine sichere Passage in die überwiegend sunnitisch-arabische Provinz Idlib in Nordsyrien.

Andere, die in Kuneitra bleiben wollten, konnten dies mit der „Regelung ihres legalen Statuses“ und die Annahme der Bedingungen des Assad-Regimes tun, aber fast alle Jabhat Fatah al-Sham-Kämpfer zogen es vor, zu gehen.

Fünfundfünfzig Busse transportierten Berichten der Nachrichtenagentur SANA zufolge (einem Sprschroht Assads) die rund 4.000 Rebellen nach Idlib.

Der Kapitulationsvertrag wurde vom russischen Militär in Syrien ausgehandelt und ging einer weiteren Vereinbarung zwischen Israel und Russland über eine Rückkehr zu der Situation voraus, die vor dem Beginn des Aufstandes gegen Assad im Jahr 2011 bestand.

Dieses Abkommen beruhte Berichten zufolge auf dem Abkommen über die Truppentrennung vom Mai 1974 und beinhaltete eine Rückkehr der 90. und 61. Brigade der syrischen Armee in Positionen, die sie vor 2011 innehatten.

Die Regierungen Israels und Russlands bildeten Arbeitsgruppen, die Themen wie den Einsatz syrischer und israelischer Streitkräfte entlang der Grenze zu den Golanhöhen und die Wiedereinführung von entmilitarisierten Zonen und Niemandsland untersuchten.

Premierminister Benjamin Netanjahu drängte zunächst auf eine 40 Kilometer breite Sperrzone für iranische Milizen und die Quds-Truppe des iranischen Revolutionsgarde-Korps auf der syrischen Seite der Golanhöhen, scheiterte aber daran, den russischen Präsidenten Wladimir Putin für seine politische Offensive gegen die iranische Präsenz in Syrienzu gewinnen.

Wenn wir dem russischen Botschafter im Iran Levan Dshagaryan Glauben schenken wollen, hat Russland seine eigene Agenda in Syrien und Putin sieht den Iran nicht als Gegner oder Gefahr für andere Länder des Nahen Ostens.

Dzhagaryan sagte in der vergangenen Woche der russischen Zeitung Kommersant , dass Irans Anwesenheit in Syrien „legitim“ sei, da sie auf Assads Bitte bestehe.

„Der Iran ist kein (kleines) Land, das man zwungen kann. Der Iran ist ein grosses Land, das eine unabhängige Aussenpolitik verfolgt. Die Zusammenarbeit mit Iranern kann nur durch Überzeugungsarbeit erfolgen. Druck auf den Iran wird negative Auswirkungen haben „, sagte Russlands höchster Diplomat im Iran.

Er fügte hinzu, dass Russland sein Bestes geben werde, um einen Krieg zwischen Israel und dem Iran über den Aufbau des iranischen Militärs in Syrien zu vermeiden.

Netanjahu ist offenbar nicht davon überzeugt, dass Russland genug tun wird, um den iranischen Eingriff an der israelisch-syrischen Grenze zu stoppen, und rief Putin letzten Freitag erneut an.

„Israel wird weiterhin gegen die militärische Präsenz des Iran in Syrien vorgehen“, soll Netanjahu Putin erzählt haben, doch ein Kommandeur der Assad-Armee behauptete, „die Israelis waren gezwungen worden, sich zu fügen“.

Die Pro-Assad-Koalition, zu der auch die libanesische schiitische Terrororganisation Hisbollah und andere von Iran unterstützte schiitische Milizen gehören, drängt nun näher an die israelische Grenze auf den Golanhöhen und gefährdet damit das Leben tausender vertriebener syrischer Bürger.

Diese Zivilisten, die meisten von ihnen Gegner des Assad-Regimes, bleiben in dem Gebiet nahe der israelischen Grenze gefangen, in der Annahme, dass Israel sie ebenfalls evakuieren wird.

„Flüchtlinge haben Zelte aufgestellt, nur wenige Meter von der von Israel kontrollierten Grenze im Golan entfernt. Anfang letzter Woche riskierten es Dutzende, über Minenfelder zu gehen, um sich dem Grenzzaun zu nähern. Einige trugen weisse Fahnen als Versuch, die Grenze sicher zu überqueren“, berichtete die englische Zeitung The Guardian am Samstag.

Viele dieser Vertriebenen sind Gegner des Assad-Regimes und sie sind „extrem nervös“, so ein syrischer humanitärer Helfer in Quneitra.

„Die Zahlen in Kuneitra waren sehr gross und die humanitäre Situation war sehr schwierig. Es gibt keine Häuser, die Menschen blieben in Zelten und sie hatten Glück, wenn sie Zelte fanden „, sagte ein anderer humanitärer Helfer in einem Interview mit The Guardian.

Die englische Zeitung erwähnte nicht, dass die israelischen Streitkräfte (IDF) den Flüchtlingen grosse Mengen an humanitärer Hilfe zukommen liessen und verwundete Syrer in israelische Krankenhäuser brachten.

Allein in der letzten Woche führte die IDF sechs Spezialeinsätze durch, um den gefangenen syrischen Zivilisten 72 Tonnen Nahrungsmittel, 70 Zelte, 2378 Gallonen Treibstoff, Medikamente und medizinische Ausrüstung, Kleidung und Spielzeug zu liefern, dem Büro des israelischen Armeesprechers zufolge.

Die Realität auf den Golanhöhen sei „extrem komplex“, sagte der israelische Verteidigungsminister Avigdor Liberman, der auch mit seinem russischen Amtskollegen Sergei Shoigu telefonierte.

Die beiden Minister waren sich darin einig, dass die Fortsetzung der „Militäroperation“ und der Kontakt zu den Führern in den kommenden Tagen dringend notwendig sei.

Jüngsten Nachrichten zufolge wird sich Ministerpräsident Benjamin Netanjahu unerwartet mit dem russischen Aussenminister Sergej Lawrow und Putins Generalstabschef Walerij Gerassimow in Jerusalem treffen, um die Situation auf den Golanhöhen zu diskutieren, wo die IDF am Montag erstmals ihre Raketenabwehrraketen David Sling gegen zwei ankommende Raketen eingesetzt hat . (Yochanan Visser, ih)

 



Kategorien:Nahost

Schlagwörter:, , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: