Österreich ringt immer noch mit seinem Hitler


Hitlers Geburtsort zeigt, dass Österreich immer noch darum kämpft, sich der dunklen Vergangenheit zu stellen. Im Rahmen der Pläne, ein Haus in eine Polizeistation umzuwandeln, überlegt die österreichische Regierung, die antifaschistische Erklärung vor dem Haus zu entfernen und in das Wiener Museum zu verlegen. Das jüdische Gruppen hat verärgert, sie sagen, das Land müsse sich endlich seiner eigenen Rolle im Holocaust stellen.

In Österreich hat die Debatte über die Konfrontation mit ihrer Verbindung zu Adolf Hitler Jahrzehnte angedauert und ist auch heute noch nicht vorbei.

Jetzt hat Österreich kürzlich Pläne vorgestellt, das Haus in der Stadt Braunau am Inn in der Nähe zur deutschen Grenze, in dem der Naziführer geboren wurde, in eine Polizeistation umzuwandeln.

Es wurde auch vorgeschlagen, den Gedenkstein, der auf dem Bürgersteig davorsteht und mit einer antifaschistischen Botschaft versehen ist, in ein Wiener Museum zu bringen.

Während viele der Meinung sind, dass das Haus kein Pilgerort für Neonazis werden darf, hat die Idee, den Stein zu entfernen einige jüdische Gemeinden und Überlebende der Nazizeit aufgebracht, die gesagt haben, Österreich solle sich endlich seiner Rolle im Holocaust stellen. Weitere Konsultationen zum Thema werden jetzt stattfinden.

Konzentrationslager Mauthausen in Österreich ( Foto: Shutterstock )

„Offensichtlich will die Regierung von Österreich die Welt vergessen lassen, dass der schlimmste Massenmörder der Geschichte in Braunau geboren wurde“, sagte Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen-Komitees, Österreichs wichtigster Holocaust-Überlebensgruppe.

„Dieser Ansatz ist falsch … Man muss erkennen, was passiert ist.“ Der Gedenkstein, der die Aufschrift „Für Frieden, Freiheit und Demokratie, nie wieder Faschismus, Millionen Tote Mahnen“ trägt, aber Hitler nicht erwähnt, wurde 1989 von der Stadt installiert.

Zu diesem Zeitpunkt entfernte sich Österreich zaghaft von der Nachkriegshaltung, in der es sich als erstes Opfer der Nazis bezeichnete und die Verantwortung für den Holocaust ablehnte.

Aus diesem Grund sind viele der Meinung, dass Österreich im Vergleich zum benachbarten Deutschland zu wenig getan hat, um sich mit seiner nationalsozialistischen Vergangenheit auseinanderzusetzen.

„Manchmal fühlt es sich eher wie eine lästige Pflicht an als wie eine Verpflichtung aus tiefer Überzeugung“, sagte Gerhard Baumgartner, Historiker und wissenschaftlicher Direktor am Dokumentationszentrum des österreichischen Widerstands.

Während seit den 1980er Jahren Fortschritte bei der Aufklärung über den Holocaust und der Errichtung von Denkmälern erzielt wurden, sagen jüdische Gruppen und Holocaustüberlebende, dass noch mehr getan werden muss, insbesondere um zu erklären, wie weit verbreitet und systematisch die Verbrechen der Nazis waren.

„Das ist sehr wichtig, dass die Leute wirklich wissen, dass es so etwas überall gibt“, sagte Charlotte Herman, Leiterin der Gruppe, die offiziell die jüdische Gemeinde in der Provinz Oberösterreich vertritt, zu der auch Braunau gehört.

Die Rosa-Luxemburg-Strasse in Berlin ist mit Stolpersteine ​​gepflastert, um an die Opfer des Holocaust zu erinnern ( Foto: AP )

Sie und Mernyi erwähnten das Projekt „Stolpersteine“. Da „Stolpersteine“ eine Möglichkeit sind, das Bewusstsein zu schärfen.

Ursprünglich eine deutsche Initiative, bei der es darum geht, Holocaust-Opfern an relevanten Stellen zu denken, beispielsweise an ihrem Wohnort, wo kleine Messingschilder auf dem Bürgersteig angebracht werden.

Diese Gedenktafeln decken bisher nur einen Bruchteil der Holocaust-Opfer ab. Sie sind jedoch in Wien ein relativ häufig werdender Anblick. Gerade auch hier, wo ein notorisch repressives und antisemitisches System mit der lokalen Unterstützung eingeführt wurde, nachdem Hitler mit Deutschland 1938 Österreich annektiert hatte.

„In ganz Österreich, in jeder Ecke, vor fast jeder Tür, passierte etwas, ob es nun Todesmärsche waren, wo Menschen, die vorbeikamen und auf den Strassen starben“, sagte Herman.

Hitlers Rolle in der Geschichte ist bekannt, so dass es nicht nötig ist, sie im Haus detailliert darzulegen, fügte sie hinzu. Aber die Aufmerksamkeit sollte auf das Gebäude gelenkt werden. „Weil hier tatsächlich das Böse geboren wurde.“

(Chaim Stolz, JNS)

 



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