Schul-Atlas ohne Israel: US-Verlag streicht den jüdischen Staat von der Landkarte


ONLINE

Die Karte vom Nahen Osten als Stein des Anstosses. Selbst den Gaza-Streifen haben die Autoren eingezeichnet, Israel aber ignorieren sie – der Atlas von HarperCollins

Es klingt, als wäre ein ferner Wunsch von radikalen Israelhassern in Erfüllung gegangen. Der Staat ist von der Landkarte verschwunden – zumindest von einer Landkarte von HarperCollins. In vorauseilendem Gehorsam streicht HarperCollins Israel aus seinen Atlanten für den Nahen Osten.

Überraschend ist das nicht. Merkwürdig nur: Der Verlag merkt nicht, dass die Araber schon weiter sind. Der US-Verlag mit Sitz in New York hat einen Atlas für Schulen im Nahen und Mittleren Osten herausgegeben, in dem Israel nicht auf der Karte auftaucht.

Etwa 80 Prozent der Israelis sind Juden, die übrigen 20 Prozent katholische, protestantische und moslemische Araber, Drusen, Tscherkessen, Armenier, Samaritaner, Black Hebrews und Angehörige anderer Minderheiten. Der israelische Schekel ist heute stabiler als der Euro. Der Judenstaat stellt sich, je nach der Perspektive des Betrachters, als ein Riese oder ein Zwerg dar, eine jüdische Theokratie oder ein multikultureller Kosmos in einer Nussschale.

Vor allen aber: Israel ist das einzige Land der Welt, über dessen „Existenzrecht“ debattiert wird. Auch diejenigen, die sein Existenzrecht bejahen, knüpfen es an Bedingungen, wie sie weder an die Türkei, an China oder an Marokko gestellt werden, Staaten, die ebenfalls seit Jahrzehnten „Gebiete“ besetzt halten.

Besonders kurios: Nicht nur Nachbarstaaten wie Syrien und Jordanien tauchen mit Namen auf, sondern auch Gaza und die West Bank – keine eigenständigen Staaten, sondern umkämpfte Gebiete, in denen Palästinenser leben, die nach Eigenständigkeit streben.

Diesem Streben sollte vermutlich ein Schulatlas dienen, den der amerikanische Verlag HarperCollins herausgebracht hat. Darin kam Israel nicht mehr vor, wohl aber alle anderen Staaten in der Region, sogar Gaza und die Westbank. Nach heftigen Protesten entschuldigte sich der Verlag auf Facebook und stoppte den Verkauf des Atlas und in einer verquasten Erklärung eingeräumt, dass die Auslassung kein Versehen war.

Ein Mitarbeiter von HarperCollins begründete ihr Vorgehen ziemlich wirr. Für die Kunden in der Region sei es eben „unakzeptabel“, dass Israel in ihren Atlanten auftauche – deswegen habe man „lokale Präferenzen“ bevorzugt.

In Tat und Wahrheit hat sich die Kundschaft in den arabischen Staaten aber längst mit der Existenz von Israel abgefunden. In Israel wird Polyethylen verarbeitet, das in Saudi-Arabien hergestellt wurde. Umgekehrt werden auf den Märkten von Riad Hühnchen aus Israel verkauft, die ebenso halal wie koscher sind.

Verletzte Syrer werden in israelischen Krankenhäusern behandelt. Israelis, die in den Fernen Osten reisen wollen, buchen ihre Flüge bei der Royal Jordanian in Amman. Der Wandel durch Annäherung findet in kleinen Schritten statt. Es gab im vergangenen Jahr mehr Anti-Israel-Demos in Deutschland und Frankreich als in Ägypten und Algerien. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Marketing-Strategen bei Harper-Collins merken, dass man mit falschen Landkarten keine guten Geschäfte machen kann.

(JNS und Agenturen)



Kategorien:Nahost

Schlagwörter: , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: