„Hört auf uns zu ermorden!“


nl1Orthodoxe Juden sind gegen das Betreten des Tempelberges (Moscheen). Hört auf uns zu ermorden!“ Dieser Aufruf von Arie Erlich, Vize-Editor der ultra-orthodoxen Zeitung „Mischpacha“ („Familie“) ist simultan auf Arabisch und Hebräisch veröffentlicht sowie in den palästinensischen Netzwerken verbreitet worden.

In der israelischen Presse zog diese „Bitte“ heftige Kritik nach sich. Man wirft Erlich und seinem Magazin vor, damit palästinensische Mordanschläge auf Juden zu legitimieren, nur weil diese den jüdischen Tempelberg betreten.

Erlich schreibt: „Wenn ihr (Palästinenser) handfeste Beweise habt, dass Israels Regierung tatsächlich den Status quo um den Felsendom (Moschee) verändern will, dann wisset, dass die jüdisch-orthodoxe Bevölkerung damit nichts zu tun hat. So bitte ich euch, ermordet uns (orthodoxe Juden) nicht“. Gegenüber seinen Kritikern hat Erlich erklärt, dass das Betreten des heiligen Bodens, dort, wo einmal der jüdische Tempel gestanden hat, strikt verboten sei. „Die Gott gegebene Strafe dafür ist der Tod“, verteidigte sich der orthodoxe Editor.

Für die unterschwellige Suggestion, die Ermordung nicht-orthodoxer Juden, die sich nicht vom Tempelberg fernhielten, sei aus seiner Sicht erlaubt und mache Sinn, musste er sich schliesslich entschuldigen. Viele Israelis reagierten auf den in ihren Augen äusserst dummen Kommentar, der landesweit Schlagzeilen machte, in den sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter mit zynischen Kommentaren, wie: „Erlich, bitte leite die genauen Adressen der nationalreligiösen Siedler an die Hamas weiter, damit die wissen, wer ermordet werden soll“. In den palästinensischen Netzwerken erhielt der Aufruf dagegen eine Menge zustimmender „Likes“.

Es muss erwähnt werden, dass orthodoxe Gruppen im jüdischen Volk sehr vielfältig und bunt sind. Zum Grossteil halten sich die Gruppen aus der Politik der israelischen Regierung heraus, da diese in ihren Augen sündigt und nicht Gottes Weg nachfolgt. Obendrein gibt es ultra-orthodoxe Strömungen, die Israels Regierung nicht anerkennen, weil der Staat Israel 1948 ohne das Kommen des Messias etabliert worden ist. (Aviel Schneider, ih)



Kategorien:Gesellschaft

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